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Ratgeber Erste Hilfe Ausrüstung in Schule und Kindergarten


Dieses Info-Dokument richtet sich gezielt an Schulen und Kindergärten. Für die betriebliche Erste Hilfe verweisen wir auf unseren Informationen


Checkliste zum Download

Für alle, die eine Praxisorientierung bevorzugen, gibt es hier kostenlos die Checkliste „Erste Hilfebedarf in Schulen und Kindergärten" als PDF zum Download. Diese berücksichtigt alle hier im weiteren Verlauf thematisierten Punkte.

Kostenlos die Checkliste für Schule und Kindergarten Downloaden


Die Theorie und die Umsetzung in die Praxis

Die Regeln und Vorschriften für das Vorhalten von Erste Hilfe Material in kinder- bzw. jugendbetreuenden Einrichtungen sind für den Laien oft undurchschaubar. Dem Wunsch, alles richtig zu machen, steht eine Fülle von Regeln, Information und Gesetzen auf nationaler und lokaler Ebene gegenüber.

Doch damit nicht genug! Die Beschäftigten (Lehrer, Erzieher, Hausmeister etc.) der Einrichtung unterliegen dem staatlichen Arbeitsschutzrecht. Für die zu betreuenden Kinder und Jugendlichen (Schüler, Kindergartenkinder) gilt dieses Recht nicht.

Mit diesem offensichtlichen Dilemma setzt sich die DGUV Vorschrift 81 „Schulen" der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung auseinander. Diese Unfallverhütungsvorschrift beschreibt (...) die schülergerechte Gestaltung von baulichen Anlagen und Einrichtungen allgemein bildender Schulen (...und) für vergleichbare bauliche Anlagen und Einrichtungen (...). Lediglich Schwimmbäder und bühnentechnische Bereiche in Schulen sind davon ausgenommen.

In der Vorschrift steht, dass dafür zu sorgen sei, dass die für eine wirksame Erste Hilfe erforderlichen Einrichtungen in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen. Analog beschreibt dies die DGUV Regel 102-002 für Kindertageseinrichtungen (Kindergarten, KiTa).

Und auch die Kultusministerkonferenz hat eine „Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht" (kurz: RiSU) herausgebracht. Wenn diese im Wesentlichen von den Informationen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung abweicht oder diese ergänzt, kennzeichnen wir diese Passagen im Folgenden mit (RiSU).

Dies ist erreicht, wenn die Hinweise in dem Merkblatt „Erste Hilfe in Schulen" (DGUV Information 202-059) und die entsprechenden Ausführungen in der DGUV Regel „Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen" (DGUV Regel 113-018) beachtet werden.

Der Begriff „Schule" wird im Folgenden als Synonym für Schulen und Kindertageseinrichtungen verwendet. Die Informationen der DGUV Information 202-089 (Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen) werden im Folgenden berücksichtigt.


Grundsätzliche Anforderungen

Die DGUV Information 202-059 / 202-089 besagt Folgendes:
In der unmittelbaren Nähe von erreichbaren (also nicht abgeschlossene) Fernmeldeeinrichtungen (Telefonen) müssen die Namen sowie die Orte der Erreichbarkeit der Ersthelfer, Rufnummern der nächsten Arztpraxen, des Durchgangsarztes, des Krankenhauses, der Rettungsleistelle, der Gift- und Taxizentrale verfügbar sein.

In allen Schulen / Kindertagestätten muss zumindest ein geeigneter Raum vorhanden sein, in dem verletzte Schülerinnen und Schüler betreut werden können (z. B. Arztzimmer, Sanitätsraum). Dieser Raum muss mindestens mit einem kleinen Verbandkasten nach DIN 13 157 sowie einer Krankentrage oder einer Liege ausgerüstet sein. Zudem sollte fließend kaltes und warmes Wasser vorhanden sein.

Zusätzliche Verbandkästen müssen, in Abhängigkeit der Größe der Schule, in Bereichen mit erhöhter Gefährdung der Schüler (bspw. in Sporthallen, naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen, Werkräumen / -stätten, Lehrküchen) vorhanden sein.

Zudem müssen entsprechende Rettungsgeräte vorhanden sein. Diese richten sich nach der Art der Gefährdung (bspw. Feuerlöschdecken, Augenduschen, Rettungsringe).

In Sportbereichen sollten zusätzlich Kältepackungen, Sportsalben/-gel zur Behandlung stumpfer Verletzungen (bspw. Prellungen, Zerrungen) vorhanden sein.

Erste-Hilfe-Räume sowie Aufbewahrungsorte von Erste-Hilfe-Material und Rettungsgeräten sind mit einem weißen Kreuz auf grünem Untergrund zu kennzeichnen

Unfälle müssen dokumentiert werden. Diese Aufzeichnungen müssen fünf Jahre nach der letzten Eintragung aufbewahrt werden.


Umgang mit gefährlichen Stoffen

Im Umgang mit gefährlichen Stoffen (bspw. im Chemieunterricht) ergänzt die DGUV Regel 113-018:
Das ausreichend zur Verfügung stehende Erste-Hilfe-Material muss auf die möglichen Gefahren der benutzen Werkstoffe ausgelegt sein.

Gefahren können sein: Verätzungen, Verbrennungen, Verbrühungen, Augenverletzungen. Eine Handbrause muss vorhanden sein, verunreinigte Kleidungsstücke sind zu entfernen und betroffene Körperstellen ausreichend zu waschen.

(RiSU) Besteht eine Gefährdung durch das Verspritzen von reizenden / ätzenden Stoffen, muss eine an das Kaltwassernetz angeschlossene Augenspüleinrichtung bestehen. Diese muss durch das Sicherheitskennzeichen „Augenspülvorrichtung" gekennzeichnet sein.

(RiSU) Vor Tätigkeiten mit Gefahrstoffen müssen Erste-Hilfe-Maßnahmen für mögliche Szenarien (Verätzungen, Vergiftungen, Verbrennungen, Stromschlag ...) festgelegt werden.


Ausflüge

Kommen wir zu

  • Ausflügen, Wanderungen
  • Exkursionen
  • Klassenfahrten, Studienfahrten
  • externen Sportveranstaltungen

Die DGUV Information 202-047 (Sicherheit und Gesundheit in Schulen und Kindertageseinrichtungen, Mit der Schulklasse sicher unterwegs, Mit Kindern im Wald) gibt folgende Sicherheitsratschläge:

Bei allen außerschulischen Veranstaltungen muss geeignetes Erste-Hilfe-Material mitgeführt werden. Als „geeignet" gilt dabei bspw. eine Sanitätstasche oder ein Sanitätsrucksack nach DIN 13160.

Weiter heißt es, dass die Erste-Hilfe-Ausrüstung um so genannte Kältepacks ergänzt werden sollte.

Und: Jede Erste-Hilfe-Leistung (...) sollte später in der Schule in einem Verbandbuch nachgetragen werden.


Vertiefende Normeninfos

Zum Nachlesen der kompletten Vorschriften hier die einzelnen Bezeichnung der Regelwerke:

  • Die DGUV Vorschrift 81 (Schulen) hieß vormals auch GUV-V S 1 und davor GUV 6.3
  • Die DGUV Regel 102-002 (Kindertageseinrichtungen) hieß vormals auch BG/GUV-SR S2*
  • Die DGUV Information 202-089 (Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen) hieß vormals auch GUV-SI 8066
  • Für Schwimmbäder verweist die DGUV Vorschrift 81 auf den „Betrieb von Bädern" (DGUV Regel 107-001, vormals BGR/GUV-R 108)
  • Für bühnentechnische Anlagen verweist die DGUV Vorschrift 81 auf die Unfallverhütungsvorschrift „Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung" (DGUV Vorschrift 18, vormals auch GUV-V C 1, davor GUV 6.15)
  • Die DGUV Information 202-059 (Erste Hilfe in Schulen) hieß vormals auch GUV-SI 8065, davor GUV 20.26
  • Die DGUV Regel 113-018 (Unterricht in Schulen mit gefährlichen Stoffen) hieß vormals auch GUV-SI 2003, davor GUV 19.16
  • Die DGUV Information 202-047 (Sicherheit und Gesundheit in Schulen und Kindertageseinrichtungen, Mit der Schulklasse sicher unterwegs) hieß vormals auch GUV-SI 8047, davor GUV 57.1.38
  • Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht, Empfehlung der Kultusministerkonferenz